Der Internationale Club geht zu Hertha BSC

Srdjan Vucetic (Kanada)

 

Dass Fußball eine sehr beliebte

Freizeitbeschäftigung für die Berliner ist, bewies das

ausverkaufte (Baustelle) Olympiastadion für “das

Spiel des Jahres in Berlin“ am 2. 12.: Hertha BSC

gegen den aktuellen Weltpokalmeister FC Bayern

München. Unter 52 000 Zuschauern waren wir: 30

glückliche Mitglieder des Internationalen Clubs.

Für mich wie für viele Leute ist Fußball eine der

wichtigsten Nebensachen der Welt, aber hier in

Deutschland ist Fußball vielleicht die wichtigste

Hauptsache: eine Studie hat 1995 gezeigt, dass 85

Prozent aller Deutschen (klar ist Fußball nicht nur

Männersache) Interesse am Fußball haben. Das ist

mehr als die letzte Bundeswahl Wahlbeteiligung!

Darüber hinaus ist die Bundesliga ein riesiges

Wirtschaftsunternehmen geworden: die 18 Vereine

zusammen nehmen mehr als eine Million D-Mark

pro Tag ein. Aus diesem Grund ist ein Besuch zum

Spitzenbundesligaspiel im weltbekannten

Olympiastadion ein Muss für einen Student der

Sozialwissenschaften. Aber es gibt noch einen Grund

für meine Teilnahme in dieser Veranstaltung des

Internationalen Clubs: obwohl ich natürlich kein

besonderer Hertha-Fan bin, hasse ich einfach

Bayern –genau wie alle normalen Fußball-Fans

außerhalb München.

 

In der Realität, das war kein Spiel des Jahres. Nach

dem Weltpokalduell in der vergangenen Woche in

Tokio hatte die bayerische Mannschaft einen Jetlag.

Aber Hertha konnte nicht, wie oft in dieser Saison,

die Abwehr gut organisieren. In der ersten Halbzeit

hatte Bayern zwei Chancen und Hertha keine. Nur

in den letzen dreißig Minuten hatte das Duell unser

Adrenalin erhöht, als Hertha anfing zurückzukämpfen.

Ganz ekstatisch, zum Beispiel, war das ungarische

Kontingent unter uns, wenn Herthas Mittelfeldspieler

Dàrdai–der neue Spielmacher in der ungarischen

Nationalelf –sieben Minuten vor Ende traf: mit 2:1

hatte Hertha den hässlichen Weltpokalsieger Bayern

geschlagen. Die, die wie ich in der Nähe vom Zoo

wohnen, können bestätigen, dass der Fußballjubel

in Berlin eine ganze Nacht dauern kann. Es wäre

schön, wenn der Internationale Club während

der kommenden  Weltmeisterschaft im Sommer

„Fußballtage“ (Fernsehen oder aktiv spielen)

organisieren könnte.

 

Copyright: Der IC der FUB

(Ausgabe Wintersemester 2001/02)

www.internationalerclub.de

 

Als Treffpunkt für deutsche und ausländische

Studenten, Mitarbeiter und Freunde der Freien

Universität Berlin bietet der Internationale Club

nicht nur seinen Mitgliedern die Gelegenheit, andere

Kulturen der Welt kennen zu lernen. Dabei genießt

jedes Mitglied unabhängig von Nation, Kultur und

Religion die gleichen Rechte. Der Internationale

Club der Freien Universität Berlin steht für ein

respektvolles und tolerantes Miteinander aller

Kulturen